Menhir von Prospiz und seine Ausstrahlung

23. Juni 2025
Author: Zoran Milenkovic
Tags: Menhir, Bovis

Auf der Vorbereitung für unsere 2024 Engadin Reise fand ich Informationen über ein Menhir, an einer Lichtung Namens Prospiz, auf der Höhe oberhalb des riesigen, steilen Felswand, welche sich hinter der Ortschaft S-Chanf fast vertikal erhebt. Im Internet fand ich auch eine interessante Bemerkung:

Auf dem Menhir da Prospiz oberhalb S-chanf besagt eine Tafel: "Menhir da Prospiz, der La Tène Kultur der Spätbronzezeit (ca. 800 v. Chr.) in Bezug zur Siedlung auf der 400 m in Süd-Ost entfernten Wallburg Botta Striera. Hohe natürliche magnetische Strahlung auf seiner Nordseite.» Was die "erhöhte magnetische Strahlung" auf der Nordseite anbelangt, so kann sich heute jeder Handynutzer selbst eine Meinung bilden. Rings um den "Menhir" herum wurde eine magnetische Flussdichte von 70 - 80 µTesla gemessen. Auf der Nordseite waren die Werte nicht höher.

Diese Messung hat mein besonderes Interesse geweckt und ich wollte auch selber nachprüfen, ob es wirklich so ist. Vor allem habe ich zu dem Zeitpunkt gezweifelt, ob eine Handy App wirklich zuverlässige Daten in so einem Fall liefern kann. Aus diesem Grund habe ich einen echten Magnetometer, das Modell EM-2 von der Firma Alpha Labs, auf die Reise mitgenommen. Dieses Gerät hat eine Stabantenne von 1,5 Meter Länge, Das Erdmagnetfeld ist eine Vektorgrösse, welche neben der Intensität auch eine Richtung hat. Jede Richtungsänderung am selben Ort ergibt unterschiedliche Resultate der Intensität des Feldes. Ich wollte deswegen rund um den Menhir verschiedene Plätze miteinander vergleichen.

Am 9. September 2024 war es so weit. Nach einem etwa 2-stündigen Aufstieg über einen steilen Pfad kamen wir auf das Gelände oberhalb der Felsmauer. Diese ist mit einem schönen Wald bedeckt. Auf einer grösseren Lichtung mit dem Namen Prospiz, befindet sich ein sehr eindrücklicher Stein, etwa 2.2 m hoch, in Form eines Menhirs. Dieser ist eindeutig nicht von irgendwo her transportiert und hier aufgestellt, sondern ist natürlich und fest mit der darunterliegenden Felsunterlage verbunden. Möglicherweise wurde aber bei seiner äusseren Form etwas «nachgeholfen».

Meine radhiästhetische Untersuchung zeigte, dass es in Ost-West Richtung ein Fluss einer geomantischen Energie gibt, welche auch unterhalb des Menhir fliesst. Der Menhir dient auch als eine «Antenne» und breitet diese Energie im Raum rundherum aus. Somit erfüllt dieser Stein meiner Meinung nach alle optischen und radiästhetischen Kriterien eines Kultortes.

Dann kamen die Messungen des Erdmagnetismus an die Reihe. Viele wiederholende Versuche haben eindeutig gezeigt, dass die Werte des Erdmagnetfelds rund um diesen Menhir, wie auch in der näheren Umgebung, alle etwa im gleichen Rahmen blieben. Keine grosse Abweichung! Mich selber hat das sehr überrascht, weil ich dadurch den erwähnten Bericht über Handy-Messungen eigentlich bestätigt habe! Aus dieser Sicht ist die Behauptung im Text der Tafel, welche am Menhir befestigt ist, dass es eine «hohe natürliche magnetische Strahlung auf seiner Nordseite» gibt, sicherlich falsch.

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Weiter ging es, etwa 400 Meter südlich, in Richtung von Botta Striera. Dort befindet sich, fast am Rande der riesigen Felswand, das sogenannte «S-chanf Antic», die Reste einer Siedlung, welche durch Archäologen der La Tene Kultur zugeordnet wurden.

Dieser Ort bietet eine umwerfende Sicht auf die umliegenden Berge. Geomantisch aber, gibt es dort nichts besonders zu finden. Auf einer Anzeigetafel liesst man unter anderem, auch folgendes:

«…… Nördlich davon (gemeint ist von dieser Siedlung) in der Lichtung Prospiz, die eine präzise Ost-Westorientierung aufweist, befindet sich ein markanter, etwa 2,2m hoher Menhir. Der aus dem gewachsenen Stein gehauen erscheint. Fachleute der Geomantie haben auf dessen nördlicher Seite eine aussergewöhnlich hohe magnetische Strahlung entdeckt (73000 Bovis) die auch in der Kartierung des Eidg. Luftamts zuhanden der Luftfahrt mit wenigen anderen Punkten (Monte Verita) die höchsten magnetischen Werte der Schweiz aufweist. Gemäss Georg v Thur-Valsassina und anderen Beobachtern weist der Menhir diese Strahlung seitlich weg. ……..»

Dieser Text ergab des Rätsels Lösung! Es geht um die unglückliche Verwendung des Wortes «magnetisch» an den beiden Tafeln. Die angegebenen Bovis Einheiten deuten unmissverständlich auf die Messung geomantischer Energie hin und nicht die des Erdmagnetfeldes, wo die Messdaten in Mikrotesla Einheiten angegeben werden. Da ich selber keine Bovis Einheiten messe, sondern versuche nur die Präsenz und Qualität der bestimmten geomantischen Energien herauszufinden, kann ich diesen Wert nicht kommentieren, aber es ist eine Tatsache, dass auch ich vorher die Präsenz eines Flusses solcher Energien durch den Menhir festgestellt habe. Anderseits ist das Erdmagnetfeld davon, erwiesenermassen, in keiner Weise beeinflusst.

Falls man das Wort «magnetisch» durch «geomantisch» an diesen Tafeln ersetzen würde, würde wieder alles stimmen. Aber so wie es heute ist, erzeugen diese Texte eine Verwirrung.


Bovis Einheiten, wie man diese heute für die Messung der geomantischen Phänomene verwendet, sind meiner Meinung nach subjektiv und deswegen bekommen unterschiedliche Leute beim Messen auch dementsprechend unterschiedliche Resultate. Eine echte Eichung für diese Art der Verwendung der Bovis Einheiten gibt es nicht.